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Lohnt sich ein Balkonkraftwerk? Für viele Haushalte lautet die Antwort: ja. Entscheidend ist allerdings nicht allein, wie groß die Anlage ist, sondern wie viel des erzeugten Solarstroms du tatsächlich selbst nutzt. Je besser Standort, Ausrichtung und Stromverbrauch zusammenpassen, desto schneller können sich die Anschaffungskosten amortisieren.
Ein Balkonkraftwerk erzeugt Strom, der direkt im eigenen Haushalt verbraucht wird. Dadurch musst du weniger Energie vom Stromanbieter kaufen. Wirtschaftlich besonders interessant ist deshalb jede Kilowattstunde Solarstrom, die Kühlschrank, Router, Homeoffice, Waschmaschine oder andere Verbraucher direkt aufnehmen.
Wie schnell sich die Investition rechnet, hängt vor allem von Anschaffungskosten, Jahresertrag, Eigenverbrauch und Strompreis ab. Ein Speicher kann den Eigenverbrauch erhöhen, macht das System aber zunächst teurer und ist deshalb nicht automatisch die wirtschaftlichste Lösung.
Ein Balkonkraftwerk lohnt sich finanziell, sobald die eingesparten Stromkosten die Anschaffungskosten übersteigen. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: Wie viel Strom erzeugt die Anlage?, sondern vor allem: Wie viel davon kannst du selbst verbrauchen?
Der selbst verbrauchte Solarstrom ersetzt Netzstrom. Zahlst du beispielsweise 35 Cent pro Kilowattstunde und nutzt 500 kWh Solarstrom selbst, entspricht das einer jährlichen Ersparnis von:
500 kWh × 0,35 € = 175 € pro Jahr
Hat das Balkonkraftwerk inklusive Halterung und Zubehör beispielsweise 500 € gekostet, ergibt sich vereinfacht:
500 € ÷ 175 € = rund 2,9 Jahre Amortisationszeit
Danach hat die Anlage ihre Anschaffungskosten rechnerisch wieder eingespielt und produziert weiterhin Solarstrom.
Diese Rechnung ist bewusst vereinfacht. In der Praxis ändern sich Strompreis, Ertrag und Verbrauch über die Jahre. Sie zeigt aber sehr gut, welche Faktoren darüber entscheiden, wann sich ein Balkonkraftwerk rentiert.
Besonders schnell amortisiert sich ein Balkonkraftwerk, wenn mehrere günstige Voraussetzungen zusammenkommen:
möglichst wenig Verschattung
gute Süd-, Südost-, Südwest- oder Ost-West-Ausrichtung
angemessener Kaufpreis
regelmäßiger Stromverbrauch während der Sonnenstunden
hoher Eigenverbrauch des Solarstroms
langfristige Nutzung der Anlage
gegebenenfalls regionale Förderung
Der Standort hat dabei großen Einfluss. Ein unverschattetes Balkonkraftwerk kann deutlich mehr Solarstrom produzieren als dieselbe Anlage hinter Bäumen oder benachbarten Gebäuden.
Auch eine perfekte Südausrichtung ist nicht zwingend erforderlich. Ost- und Westmodule erzeugen mehr Strom am Morgen beziehungsweise Nachmittag und können dadurch sogar besser zum Verbrauch eines Haushalts passen.
Mit unserem Ertragsrechner kannst du Standort, Ausrichtung und Leistung berücksichtigen und den möglichen Ertrag deiner Anlage genauer abschätzen.
Der Eigenverbrauch ist einer der wichtigsten Hebel für die Wirtschaftlichkeit. Überschüssiger Solarstrom wird bei einem klassischen Balkonkraftwerk meist ohne Vergütung ins Netz abgegeben. Finanziell besonders wertvoll ist deshalb der Strom, den du direkt selbst nutzt.
Die Bundesnetzagentur ordnet Steckersolargeräte unter den vereinfachten Regeln grundsätzlich der sogenannten unentgeltlichen Abnahme zu. Für eingespeisten Überschuss erhältst du dann keine Vergütung.
Ein Haushalt mit dauerhaft laufendem Kühlschrank, Gefrierschrank, Router, Heizungspumpe und Homeoffice kann einen höheren Anteil direkt verbrauchen als eine Wohnung, die tagsüber fast vollständig leer steht.
Auch das Verbrauchsverhalten lässt sich teilweise anpassen. Waschmaschine oder Geschirrspüler können beispielsweise dann laufen, wenn die Solaranlage besonders viel Strom erzeugt.
Eine feste Mindestgrenze gibt es nicht. Selbst ein Ein-Personen-Haushalt kann wirtschaftlich von einem Balkonkraftwerk profitieren, sofern Standort, Anlagenpreis und Verbrauch zusammenpassen.
Mit steigendem Stromverbrauch wird es allerdings meist leichter, einen hohen Eigenverbrauch zu erreichen. Besonders relevant ist dabei nicht nur der Jahresverbrauch, sondern wann der Strom benötigt wird.
Ein Haushalt mit 2.000 kWh Jahresverbrauch und viel Homeoffice kann unter Umständen mehr Solarstrom direkt nutzen als ein Haushalt mit 3.500 kWh, der tagsüber fast keinen Strom verbraucht.
Die Verbraucherzentrale nennt deshalb ebenfalls den Grundverbrauch während der Sonnenstunden als wichtigen Faktor für die Wirtschaftlichkeit eines Steckersolargeräts.
Wie viel ein Balkonkraftwerk bringt, hängt zunächst von seiner Solarleistung ab. Gleichzeitig dürfen Modulleistung und Wechselrichterleistung nicht miteinander verwechselt werden.
Für Steckersolargeräte gelten aktuell maximal 2.000 W installierte Modulleistung und maximal 800 VA Wechselrichterleistung. Ein häufig als „2.000-W-Balkonkraftwerk“ bezeichnetes Set besitzt deshalb beispielsweise vier Module mit zusammen rund 2.000 Wp, darf im vereinfachten Steckersolarbetrieb aber trotzdem maximal 800 VA ins Hausnetz abgeben.
Mehr Modulleistung ist dennoch sinnvoll, weil Solarmodule ihre Nennleistung nur unter optimalen Bedingungen erreichen. Ein stärker überbelegter Wechselrichter kann deshalb morgens, abends und bei diffusem Licht länger hohe Leistung liefern.
Mit „800 Watt Balkonkraftwerk“ ist üblicherweise die maximale AC-Leistung des Wechselrichters gemeint. Die angeschlossene Modulleistung liegt häufig etwas darüber.
Unter guten Bedingungen kann ein entsprechend dimensioniertes System je nach Standort und Ausrichtung ungefähr 600 bis 850 kWh Solarstrom pro Jahr erzeugen. Auch Balkonstrom® nennt für typische 800-W-Anlagen diese Größenordnung.
Wie viel davon tatsächlich Stromkosten spart, hängt vom Eigenverbrauch ab.
Ein Beispiel:
| Annahme | Wert |
|---|---|
| Jahresertrag | 750 kWh |
| Eigenverbrauch | 60 % |
| Selbst genutzter Solarstrom | 450 kWh |
| Strompreis | 0,35 €/kWh |
| Jährliche Ersparnis | 157,50 € |
Kostet die Anlage beispielsweise 450 €, wäre sie unter diesen Annahmen nach knapp drei Jahren amortisiert.
Bei einem Eigenverbrauch von 80 % würden bereits 600 kWh Netzstrom ersetzt. Bei gleichem Strompreis entspräche das 210 € jährlich und würde die Amortisationszeit weiter verkürzen.
Ein 2.000-Wp-Balkonkraftwerk besitzt deutlich mehr Solarfläche als ein klassisches Set mit zwei Modulen. Der Vorteil besteht vor allem darin, dass die Anlage auch bei schwächerer Sonneneinstrahlung häufiger an die maximale Wechselrichterleistung von 800 VA herankommt.
Vier Module können beispielsweise morgens oder bei bewölktem Himmel zusammen noch genug Leistung erzeugen, um den Wechselrichter gut auszulasten, obwohl jedes einzelne Modul weit unter seiner Nennleistung arbeitet.
Die höhere Modulleistung bedeutet aber nicht, dass dauerhaft 2.000 W ins Hausnetz fließen. Der Wechselrichter begrenzt die AC-Leistung bei einem Steckersolargerät weiterhin auf maximal 800 VA.
Dadurch wird ein Teil der möglichen Spitzenleistung an sehr sonnigen Tagen begrenzt. Über das gesamte Jahr kann die zusätzliche Modulfläche dennoch einen deutlich höheren Ertrag ermöglichen, insbesondere wenn Module unterschiedlich ausgerichtet werden.
Ein Beispiel sind vier Module mit Ost-West-Ausrichtung. Zwei produzieren stärker am Vormittag, zwei stärker am Nachmittag. Dadurch verteilt sich die Leistung über einen längeren Zeitraum und kann besser zum Stromverbrauch passen.
Das kleinere System benötigt weniger Fläche und kostet in der Regel weniger. Dadurch kann es sich besonders schnell amortisieren, wenn bereits ein hoher Anteil des erzeugten Stroms direkt verbraucht wird.
Ein System mit hoher Modulleistung kann dagegen sinnvoll sein, wenn:
ausreichend Montagefläche vorhanden ist,
morgens und nachmittags Strom benötigt wird,
die Module unterschiedliche Ausrichtungen haben,
auch bei schwächerem Wetter eine hohe Erzeugung gewünscht ist,
ein Speicher regelmäßig mit Überschüssen geladen werden soll.
Mehr Module sind wirtschaftlich aber nur dann hilfreich, wenn der zusätzliche Strom genutzt oder gespeichert werden kann. Werden große Mengen dauerhaft unentgeltlich ins Netz eingespeist, steigt zwar der Gesamtertrag, nicht aber im gleichen Maße die tatsächliche Ersparnis.
Wer konkrete Systeme vergleichen möchte, findet unter unseren Balkonkraftwerk-Sets unterschiedliche Größen und Montagevarianten.
Ja. Gerade ohne Speicher kann sich ein Balkonkraftwerk besonders schnell amortisieren, weil die Anschaffungskosten geringer sind.
Wenn im Haushalt tagsüber bereits genügend Strom verbraucht wird, kann ein großer Teil der Solarenergie direkt genutzt werden. Kühlschrank, Router, Gefrierschrank, Computer oder andere dauerhaft laufende Geräte sorgen dafür, dass die erzeugte Leistung sofort einen Verbraucher findet.
Ein Speicher erhöht zwar den möglichen Eigenverbrauch, verursacht aber zusätzliche Kosten und Umwandlungsverluste. Deshalb sollte nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass ein Balkonkraftwerk mit Batterie wirtschaftlicher ist.
Ob sich ein Speicher lohnt, hängt besonders davon ab, wie viel Solarüberschuss regelmäßig entsteht und wie hoch der Verbrauch am Abend ist.
Für ein kleines Balkonkraftwerk mit hohem Tagesverbrauch kann ein Speicher wirtschaftlich unnötig sein. Bei vier Modulen und niedrigem Verbrauch tagsüber kann die Situation dagegen völlig anders aussehen.
Obwohl ein Balkonkraftwerk für viele Haushalte sinnvoll ist, gibt es Situationen, in denen sich die Investition wirtschaftlich kaum oder nur sehr langsam rechnet.
Ein Balkonkraftwerk lohnt sich nicht, wenn die Anlage nur wenig Solarstrom erzeugen kann oder fast der gesamte Strom ungenutzt ins Netz fließt.
Starke Verschattung ist einer der größten Nachteile für den Ertrag. Befinden sich direkt vor dem Balkon große Bäume, Gebäude oder andere Hindernisse, kann die Stromproduktion erheblich sinken.
Einige Stunden Schatten am Morgen oder Abend sind nicht automatisch problematisch. Liegen die Module jedoch während großer Teile des Tages im Schatten, sollte vor dem Kauf eine realistische Ertragsberechnung erfolgen.
Auch mit Ost- oder Westausrichtung kann ein Balkonkraftwerk wirtschaftlich arbeiten. Schwieriger wird es bei stark geneigten Nordflächen ohne nennenswerte direkte Sonneneinstrahlung.
Eine Nordausrichtung ist nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Je nach Neigung und Standort kann dennoch Solarstrom produziert werden. Der geringere Ertrag verlängert allerdings die Amortisationszeit.
Wenn tagsüber praktisch niemand zu Hause ist und nur eine sehr kleine Grundlast besteht, kann ein großer Teil der Solarproduktion ungenutzt ins Netz fließen.
Das bedeutet nicht automatisch, dass sich das Balkonkraftwerk nicht lohnt. Eine kleinere Anlage kann in diesem Fall aber wirtschaftlicher sein als ein sehr großes System.
Alternativ lassen sich geeignete Verbraucher zeitlich verschieben oder Überschüsse mit einem Speicher nutzen. Der Speicher muss sich allerdings wiederum durch zusätzliche Stromersparnis amortisieren.
Auch eine technisch hervorragende Anlage kann wirtschaftlich unattraktiv werden, wenn der Kaufpreis unverhältnismäßig hoch ist.
Für die Amortisation zählt deshalb nicht nur der Jahresertrag, sondern das Verhältnis zwischen Investition und jährlicher Ersparnis.
Ein Beispiel:
Eine Anlage spart 150 € Stromkosten pro Jahr.
bei 450 € Anschaffungskosten: etwa 3 Jahre
bei 750 € Anschaffungskosten: etwa 5 Jahre
bei 1.200 € Anschaffungskosten: etwa 8 Jahre
Zusätzliche Funktionen, hochwertige Komponenten oder eine aufwendige Halterung können einen höheren Preis natürlich rechtfertigen. Die rein finanzielle Amortisation verlängert sich dadurch trotzdem.
Solarmodule können viele Jahre Strom produzieren. Die Wirtschaftlichkeit verbessert sich deshalb mit der Nutzungsdauer.
Wer bereits weiß, dass die Anlage nur ein oder zwei Jahre genutzt werden kann und anschließend keine Möglichkeit zum Umzug oder Weiterbetrieb besteht, sollte die Anschaffung genauer prüfen.
Ein Vorteil von Balkonkraftwerken ist allerdings, dass sie sich im Gegensatz zu großen Dachanlagen häufig abbauen und bei einem Umzug mitnehmen lassen.
Die tatsächliche Ersparnis lässt sich auf eine einfache Grundformel reduzieren:
selbst verbrauchter Solarstrom × Strompreis = jährliche Stromkostenersparnis
Erzeugt eine Anlage beispielsweise 800 kWh und werden davon 500 kWh selbst genutzt, ergibt sich bei einem Strompreis von 35 Cent:
500 kWh × 0,35 € = 175 € pro Jahr
Erst der selbst genutzte Strom senkt tatsächlich die Stromrechnung. Deshalb ist ein Balkonkraftwerk mit etwas niedrigerem Jahresertrag und hohem Eigenverbrauch unter Umständen wirtschaftlicher als ein größeres System, dessen Überschüsse überwiegend ins Netz fließen.
Für eine genauere individuelle Rechnung kannst du unseren Beitrag Ersparnis berechnen nutzen.
Neben der reinen Wirtschaftlichkeit gibt es weitere Argumente für und gegen ein Balkonkraftwerk. Eine ausführliche Übersicht findest du in unserem separaten Ratgeber zu den Vor- und Nachteilen.
Für viele Haushalte lohnt sich ein Balkonkraftwerk, wenn die Module ausreichend Sonne erhalten und ein relevanter Teil des erzeugten Stroms direkt genutzt wird. Besonders attraktiv sind die vergleichsweise niedrigen Anschaffungskosten und die lange mögliche Nutzungsdauer.
Ein gut positioniertes 800-W-System kann mehrere hundert Kilowattstunden Solarstrom pro Jahr erzeugen. Anlagen mit bis zu 2.000 Wp Modulleistung können den 800-VA-Wechselrichter über mehr Stunden des Tages gut auslasten und insbesondere bei Ost-West-Ausrichtung oder schwächerer Sonneneinstrahlung zusätzliche Energie liefern.
Ob sich die Anlage nach zwei, vier oder sechs Jahren amortisiert, lässt sich jedoch nicht pauschal beantworten. Entscheidend sind Kaufpreis, Jahresertrag, Eigenverbrauch und Strompreis.
Wer möglichst schnell wirtschaftlich arbeiten möchte, sollte deshalb zuerst Standort und Verbrauch analysieren und die Anlage passend dimensionieren. Ein größerer Speicher oder möglichst viele Module sind nicht automatisch die bessere Investition.
Mit dem Ertragsrechner kannst du abschätzen, wie viel Solarstrom an deinem Standort möglich ist und damit eine realistischere Wirtschaftlichkeitsrechnung aufstellen.
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